Dr. Nicolas Koechlin - Praxis für Endoskopische und Minimal-Invasive Neurochirurgie
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Dr. Nicolas Koechlin - Praxis für Endoskopische und Minimal-Invasive Neurochirurgie

Hirnzysten

Arachnoidalzysten

Arachnoidalzysten entstehen durch eine angeborene Duplikatur der weichen Hirnhäute. Diese gutartigen Hohlräume sind mit Hirnwasser (Liquor) gefüllt. Sie können überall im Schädelraum auftreten. Am häufigsten befinden sie sich zwischen dem Stirn- und Schläfenlappen des Hirnes, in der sog. Sylvischen Fissur.

Symptome

Arachnoidalzysten werden am häufigsten als Zufallsbefund festgestellt. Durch den Druck der Zyste auf das umliegende Hirngewebe können Symptome (Kopfschmerzen, epileptische Anfälle u. a.) hervorgerufen werden.

Bei Kindern ist eine überproportionale Grössenzunahme des Kopfes möglich, da der Schädel noch nicht verknöchert ist.

Diagnostik

Auf Grund der guten Weichteildarstellung ist die Kernspintomographie (MRI) die Untersuchungsmethode der Wahl. Mit speziellen Dünnschichttechniken kann die individuelle Architektur der Zyste und ihre Beziehung zu den umliegenden Strukturen beurteilt werden. Mit flusssensitiven Aufnahmen kann der Hirnwasserfluss in der Zyste dargestellt werden. In speziellen Fällen wird mit Kontrastmittelanreicherung des Hirnwassers die Verbindung zwischen der Zyste und den basalen äußeren Hirnwasserräumen untersucht.

Therapie

Eine operative Indikation besteht nur bei symptomatischen Arachnoidalzysten. Ziel des operativen Eingriffes ist die „Fensterung“: Zwischen der Zyste und den Hirnwasserräumen wird eine Verbindung hergestellt und auf diese Weise die Hirnwasserzirkulation normalisiert.

Bei asymptomatischen, zufällig entdeckten Arachnoidalzysten ist meist keine Therapie notwendig. Bildgebende Verlaufskontrollen sind jedoch ein einigen Fällen sinnvoll.

Spezielle Techniken in unserem Zentrum und unserem Kooperationsnetzwerk

Arachnoidalzysten werden in unserer Praxis in endoskopischer Technik operiert. Vorteil dieser Methode ist, dass lediglich ein minimaler Hautschnitt erforderlich ist, durch das Endoskop versteckte Winkel der Cyste eingesehen werden können und, dass der Chirurg die Zyste „unter Wasser“ eröffnen kann. Wird eine Zyste mit der klassischen mikrochirurgischen Technik operiert, besteht die Gefahr dass die Zyste, nach Absaugen des Zysteninhaltes, zusammen mit der benachbarten Hirnrinde kollabiert. Dies kann durch den Abriss von oberflächlichen Venen zu schweren Komplikationen führen. Eine Ableitung der Zystenflüssigkeit in die Bauchhöhle (Shunt-Operation) wird heute nur noch in Ausnahmefällen angeboten.

 

Kolloidzysten

Kolloidzysten treten typischerweise im vorderen oberen Bereich der dritten Hirnwasserkammer (Ventrikel) auf. Es handelt sich um gutartige zystische Strukturen, welche jedoch durch die Blockade der Verbindung zwischen den Seitenventrikeln und dem 3. Ventrikel (Foramen Monroi) zu einem Verschluss-Hydrocephalus führen und somit auch lebensbedrohlich sein können.

Symptome

Die typischen Symptome, wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen oder Einschränkungen der Konzentration und des Gedächtnis, entstehen durch einen chronisch erhöhten Hirndruck auf Grund der gestörten Hirnwasserzirkulation.

Entsteht durch den Verschluss der Hirnwasserwege ein akuter Hirndruckanstieg kann es zu Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma kommen. Hierbei handelt es sich um eine lebensbedrohliche Situation, die zum Tod führen kann und sofort operiert werden muss.

Diagnostik

Auf Grund der klinischen Symptome wird häufig als erster Schritt, wegen der Kürze der Untersuchung, eine Computertomographie (CT) durchgeführt. Hierbei zeigt sich die Zyste typischerweise als kugelige Veränderung am Dach des dritten Ventrikels, eventuell mit begleitenden Zeichen einer gestörten Hirnwasserzirkulation (erweiterte Hirnwasserräume).

Um die Zyste genau darzustellen, wird wenn möglich eine Kernspintomographie (MRI) angefertigt. Besonders die dünnschichtige Darstellung ermöglicht eine detaillierte Analyse der Zystenarchitektur sowie der angrenzenden Strukturen und ermöglicht so eine individualisierte Therapieentscheidung und eine präzise Operationsplanung.

Therapie

Kleinere asymptomatische Kolloidzysten, die keine Hirnwasserzirkulationsstörung verursachen, sollten in regelmäßigen Abständen bildgebend (mit MRI) kontrolliert werden, um die Größe und Form im Verlauf zu beurteilen.

Zysten, die durch eine gestörte Hirnwasserzirkulation symptomatisch werden, sollten baldmöglichst operiert werden. Eine Entfernung der Zyste ist ebenfalls indiziert, wenn sich in den Bildern bereits Hinweise auf eine gestörte Hirnwasserzirkulation finden, jedoch noch keine Symptome aufgetreten sind, da ein akuter Verschluss der Hirnwasserwege, durch den plötzlichen Aufstau des Hirnwassers, fatale Folgen haben kann. Mehrere Fallberichte über einen plötzlichen Bewusstseinsverlust bei Patienten mit bis dahin unentdeckten Kolloidzysten lassen den Schluss zu, dass eine vorbeugende Operation sinnvoll ist.

Spezielle Techniken in unserem Zentrum und unserem Kooperationsnetzwerk

Prinzipiell stehen zwei Operationsmethoden zur Verfügung. Kolloidzysten können einerseits über eine Kraniotomie (Schädeleröffnung) mikrochirurgisch entfernt werden: Diese Therapie galt lange als Standardverfahren, verursacht jedoch eine nicht unerhebliche operationsbedingte Belastung. In unseren Händen favorisieren wir deswegen ein minimalinvasives, rein endoskopisches Verfahren.

Dabei wird ein spezielles Endoskop in den vorderen Anteil der seitlichen Hirnwasserkammer eingeführt. Der optimale Zugang wird unter Zuhilfenahme der Neuronavigation geplant. So kann die Kolloidzyste unter rein endoskopischer Sicht mit millimetergrossen Instrumenten (endoskopische Scheren, Fasszangen, Koagulationselektroden, Absaugkatheter) entfernt werden.

Der Vorteil der endoskopischen Methode liegt darin, dass durch den endoskopischen Zugang weniger Hirngewebe geschädigt wird, als bei der offenen Operation und der Zugang durch den Schädel wesentlich kleiner ist (Bohrloch statt Kraniotomie).

Früher wurde bei einer symptomatischen Kolloidzyste häufig ein Shunt mit beidseitiger Ventrikelableitung angelegt und damit der Hirnwasseraufstau behoben. Diese Technik ist heute obsolet, da die Ursache schonend mit minimalinvasiven Techniken behandelt werden kann.

 

Ventrikelzysten

Zysten in Hirnwasserkammern

Zysten in den Hirnwasserkammern (Ventrikel) entstehen meist aus Membranen der weichen Hirnhaut oder Zellen der Ventrikelwand. Die Zysten sind nie bösartig, können aber durch eine Störung der Hirnwasserzirkulation schwere Folgen haben.

Symptome

Obwohl die Zysten meist angeboren sind, präsentieren sich die typischen Symptome meist erst im Erwachsenenalter als Folge eines chronisch erhöhten Hirndruckes. Typische, teils unspezifische Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gleichgewichtsstörungen oder Einschränkungen der Konzentration und des Gedächtnis.

Diagnostik

Die Untersuchungsmethode der Wahl ist die Kernspinntomographie (MRI). Mit T2 Dünnschichttechniken kann die Zyste und ihre Beziehung zu den umliegenden Strukturen beurteilt werden. Mit speziellen flusssensitiven Aufnahmen kann der Hirnwasserfluss um und in der Zyste dargestellt werden.

Therapie

Zufällig festgestellte kleinere Zysten, die keine Störung der Hirnwasserzirkulation verursachen, bedürfen keiner operativen Therapie und werden meist mit MRI radiologisch kontrolliert. Raumfordernde und symptomatische Zysten müssen operativ versorgt werden, da die Hirnwasserzirkulationsstörung progrediente und bedrohliche Symptome verursachen können.

Spezielle Techniken in unserem Zentrum und unserem Kooperationsnetzwerk

Früher wurde bei einer symptomatischen Hirnzyste ein Shunt angelegt und die überschüssige Zystenflüssigkeit in die Bauchhöhle abgeleitet. Diese Technik ist heute sicher veraltet – Ventrikelzysten werden in unseren Händen in rein endoskopischer Technik operiert. Ziel der Operation ist eine „Fensterung“ der Zyste und Wiederherstellung der Hirnwasserzirkulation. Das Endoskop wird navigationsgestützt in den Hirnwasserraumm geführt und die Zystenwand weit eröffnet – die Anlage eines Shuntes ist nicht mehr notwendig.

 

Pinealiszysten

Pinealiszysten sind gutartige zystische Strukturen, die aus der Zirbeldrüse (Pinealis) entstehen. Ab einer bestimmten Grösse kommt es zur Einengung des benachbarten Aquäduktes (Verbindung zwischen der 3. und 4. Hirnwasserkammer) mit einer Störung der Hirnwasserzirkulation und Entstehung eines Verschluss-Hydrocephalus. Anhand von Bildern lassen sich Pinealiszysten manchmal nur schwer von Tumoren der Zirbeldrüse unterscheiden.

Symptome

Die ersten Symptome, wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Seh- oder Gleichgewichtsstörungen, zeigen sich meist im jungen Erwachsenenalter. In vielen Fällen treten die Beschwerden dabei periodisch auf. Häufig sind Pinealiszysten jedoch Zufallsbefunde und nicht für die Symptomatik verantwortlich, die zur Bildgebung geführt hat.

Diagnostik

Die Kernspintomographie (MRI) ist die Bildgebung der Wahl, da man sowohl die Zyste als auch den Aquaedukt exakt beurteilen kann. Insbesondere die sagittalen, dünnschichtigen Sequenzen sind wichtig für die Darstellung einer möglichen Beeinträchtigung der Hirnwasserzirkulation (Aquäduktkompression).

Therapie

Asymptomatische Pinealiszysten, die klein sind und keine Liquorzirkulationsstörung verursachen, sollten regelmässig durch eine zerebrale Bildgebung (MRI) kontrolliert werden. Symptomatische Zysten, die eine Liquorzirkulationsstörung verursachen, sollten operiert werden.

Spezielle Techniken in unserem Zentrum und unserem Kooperationsnetzwerk

Prinzipiell stehen zwei Operationsmethoden zur Verfügung. Bei erweitertem Ventrikelsystem bevorzugen wir die rein endoskopische, bei engen Hirnkammern die endoskopisch-assistierte mikrochirurgische Technik. Bei der rein endoskopischen Technik erfolgt die Operation „von Vorne“, über ein an der Stirn-Haar-Grenze angelegtes Bohrloch. Nach navigationsgestütztem Einführen eines Endoskopes in die 3. Hirnkammer wird die Pinealiszyste unter endoskopischer Sicht mit speziellen Instrumenten eröffnet und weit gefenstert, ein Tumor biopsiert oder entfernt. Bei engen Hirnkammern wird die Zyste mikrochirurgisch über einen Zugang „von Hinten“, zwischen Kleinhirn und Kleinhirnzelt eröffnet und entfernt. Dabei wird ein Schlüssellochzugang am Hinterkopf angelegt und die Zyste in endoskopisch-assistierter Technik offen operierend erreicht. Beide Methoden haben ihre Berechtigung und müssen individuell entsprechend der anatomischen Gegebenheiten angewendet werden.

Hirslanden Klinik Birshof
Reinacherstrasse 28
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F +41 61 335 22 05
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Dr. med. Nicolas O. Koechlin
Facharzt für Neurochirurgie

E-Mail-adresse: info@koechlin-neurochirurgie.ch

Dr. med. Nicolas O. Koechlin wurde in Basel geboren. Er studierte an den Universitäten Fribourg und Basel Medizin. Nach einem Jahr als Assistenzarzt für Unfall- und Allgemeinchirurgie am Spital Dornach (PD Dr. P. Vogelbach) absolvierte er seine neurochirurgische Fachausbildung am Universitätsspital Zürich ... weiterlesen

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